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CHRISTINE LIEBICH: ORBIT

opening reception for the artist: June 1, 2017, 6 - 9 pm
exhibition: June 2 - July 8, 2017





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Nicole Gnesa freut sich sehr, mit ORBIT die allererste Einzelausstellung von Christine Liebich (*1987 Landshut) zu zeigen.

Liebich arbeitet mit ungewöhnlichen Materialien. Sie konstruiert aus Stahlstangen netzartige Gefüge, die sie in Zement gießt. Auf die so entstandene Oberfläche malt sie delikat mit Lack, dann wird diese teilweise wieder in bildhauerischer Manier mit Eisen abgetragen. So entstehen Durchsichten und Aufsichten, zusätzlich gewinnt die Arbeit durch ihr Relief eine Dimension ins Räumliche.

Die glatte zarte Farbschicht trifft auf die Rauheit einer massiven grauen Zementschicht, künstlerische Raffinesse trifft auf Baustellencharme.
Aber dies ist nicht der einzige Verweis auf einen Dualismus der Gegensätze in Christine Liebichs Werk der Konstruktion und Dekonstruktion.

Gleich wie durch ein Fenster blickt der Betrachter scheinbar in eine entfernte Galaxie, dieses trompe l'oeil wird durchbrochen durch den als Relief sichtbar gemachten, auf die Erde verweisenden Zement, der sich auf Materie und ihre monochrome Konstanz bezieht. Trotz ihrer Massivität und Schwere schweben die Arbeiten vor der Wand, ein weiterer Verweis auf das Weltall mit seiner Schwerelosigkeit.

Der Himmel als Erscheinung, als locus stupendus, hat in der Europäischen Kunstgeschichte eine lange Tradition. Liebich verwendet Reminiszenzen an die topische Vorstellung der Natureroberung der Renaissancemalerei. Diese künstlerische Konzentration geht in diesem Fall allerdings über eine religiöse Erhöhung hinaus. Fast innerhalb einer naturwissenschaftlichen Beobachtung wird sich dem entfernten Sternennebel angenähert. Das Naturerlebnis wird in starken Kontrast zur Materialität des bruten Zements gestellt und führt so den Betrachter aus traumhaften Sphären zurück zur Realität.

Christine Liebich schloss 2017 Ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München als Meisterschülerin von Axel Kasseböhmer ab. Eben erst wurde die Gruppenausstellung 'Instant Karma' bei Achenbach Hagemeier in Düsseldorf eröffnet, in der ebenso Arbeiten der jungen Künstlerin zu sehen sind.

Zur Eröffnung wird die Künstlerin anwesend sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Nicole Gnesa is proud to present Christine Liebich's first solo exhibition, ORBIT.

Liebich, born in Landshut in 1987, works with unusual materials. She casts net-like meshes made of steel rods in molds she fills with concrete. Then she covers the dried surface with various lacquers and paints. This layer is then partially removed with iron sculptor's tools, creating reliefs that are both transparent and opaque. This gives her pieces additional spatial dimensions.

The smooth, delicate coats of colour converge with the coarseness of the massive gray cement. Artistic sophistication meets construction site charm. This, however, is not the only reference to a dualism of opposites in Christine Liebich's work centering on construction and deconstruction.

The viewer seems to be looking at a distant galaxy through a window. This visual illusion, this trompe l'oeil is broken by the cement, a reference to the earth, made visible by the reliefs, to matter and its monochrome constancy. Despite their mass and weight, the works hover in front of the wall, as a further allusion to weightlessness and the universe itself.

The sky as a phenomenon, as a locus stupendus, has a long tradition in European art history. Liebich has used reminiscences of the topical idea of the conquest of nature within Renaissance painting. This artistic focus, however, goes beyond religious exaltation. As if through a process of scientific observation, we seem to be approaching distant stellar nebulae. The experience of nature is placed in strong contrast with the materiality of the rough cement, thus leading the observer back to reality from fantastic spheres in outer space.

Christine Liebich graduated from the Academy of Fine Arts in Munich in 2017. Her work was recently part of the group exhibition 'Instant Karma', at Achenbach Hagemeier in Düsseldorf.

The artist will be present at the opening. We look forward to seeing you.